www.lehrergewalt.de

 

"Geht es Ihnen gut oder haben Sie noch Kinder in der Schule?" 

 

Wie der Österreichische Professor Volker Krumm einen seiner Aufsätze über Lehrerwillkür recht ironisch betitelt, umschreibt wahrheitsgetreu den alltäglichen Kampf zwischen Schülern bzw. Eltern mit Lehrkräften. Obwohl derlei Situationen unzählige Schüler Tag für Tag ausgesetzt stehen, werden sie von Schülern und Eltern verschwiegen, verdrängt, ignoriert, als "normales pädagogisches Mittel" angesehen o. Ä. Viele Opfer demütigenden Lehrerverhaltens unterliegen ihren Gefühlen der Ohnmacht und der Angst vor evtl. negativen Konsequenzen oder Sanktionen. Seitens der Schulleitungen und Schulbediensteten zu "Einzelfällen" erklärt, ist jeder Einzelfall gleichzeitig auch ein Einzelschicksal. Alle Einzelfälle zusammen bilden eine nicht zu vernachlässigende Dunkelziffer von Lehrerwillkür betroffener Schüler, wie Professor Kurt Singer in seinem Buch "Die Würde des Schülers ist antastbar" bemerkt.

 

Sicherlich fragen Sie sich, was die vorliegende Internetseite verfolgen mag. Im Rahmen meiner Promotion erforsche ich die Zusammenhänge von Schülerverhalten als Folge negativen und demütigenden Lehrerverhaltens. Unter anderem:

"Weshalb werden manche Schüler Opfer von Lehrerdemütigungen und andere nicht?"

"Welche Formen von Lehrerdemütigungen müssen Schüler durchleiden?"

"Ändert sich das Schülerverhalten, nachdem eine Lehrkraft dem Schüler demütigend entgegentrat?" usw.

 

Was auf den ersten Blick sehr eigennützig erscheinen mag, soll letztendlich zu aussagekräftigen Erklärungen zu den Folgen negativer Lehrer-Schüler-Verhältnisse führen. Der augenscheinliche Eigennutz wird spätestens dann zum Allgemeinnutz, sobald Ergebnisse vorliegen, die weder schul- noch bildungspolitisch vernachlässigt, gar ignoriert werden können.

 

Damit die Aussagekraft der Zusammenhänge recht hoch ausfällt, benötige ich eine Vielzahl von auskunftsbereiten Schülern und Lehrern. Sofern du dir als Schüler bzw. Sie sich als Lehrkraft vorstellen könnten, mich bei meiner Forschung inhaltlich zu unterstützen, wäre ich für die Übersendung eines kleinen Aufsatzes per E-Mail oder per Post sehr dankbar.

 

1. Betroffene Schüler der Jahrgangsstufen acht bis 13 aller Schulformen

Sofern aktuell oder innerhalb der letzten drei Jahre vorgefallen, schildere bitte eine negative Situation mit einer Lehrkraft, die dich persönlich tief getroffen hat: zum Beispiel eine ungerechte Note, eine Demütigung vor der Klasse, lästern über eine Eigenheit von dir (Sprachfehler, Behinderung, Herkunft, Eltern...) oder Ähnliches. Besonders wichtig ist hierbei, wie viel eventuell dein eigenes, vorausgegangenes Verhalten zu der Handlung deines Lehrers beitrug - oder ob dich der Lehrer aus reiner Bosheit bzw. Willkür unfair behandelte. Inwieweit änderte sich nach dem Vorfall deine Einstellung dem Lehrer oder sogar der Schule als Ganzes gegenüber? Wie verhielten sich deine Eltern? Nenne bitte unbedingt die von dir besuchte Schulform!

 

2. Lehrer aller Schulformen

Sie fühlen sich in Ihrer Position als Lehrkraft vielleicht durch meine Arbeit direkt getroffen. Meine Absichten liegen jedoch mitnichten darin verankert, den Lehrerberuf per se anzugreifen, geschweige zu diffamieren. Gerade deshalb erscheint es im vorliegenden Kontext immens wichtig, die Lehrerseite zu hören und zu berücksichtigen. Wenn Sie in den vergangenen drei Schuljahren gegen einen Schüler absichtlich unpädagogisch vorgegangen sind, welcher Anlass lag zugrunde? Handelten Sie aus einer gewissen Form der Ohnmacht heraus, d. h., Sie wussten sich nicht mehr anders zu helfen? Oder setzten Sie bewusst Ihre staatlich zugesprochene Machtposition ein, um es dem betroffenen Schüler "zu zeigen"? Im vollen Bewusstsein darüber, welch großes Quantum an Selbstreflexion und Eingestehen pädagogischer Fauxpas´ ich Ihnen abverlange, bitte ich dennoch um Ihre wohlwollende Teilnahme an meiner Forschung! Nennen Sie bitte die Schulform, in der Sie Ihre meisten Unterrichtsstunden abhalten.

 

3. Sollten Sie Elternteil bzw. Erziehungsberechtigter eines schulpflichtigen Kindes sein, und innerhalb der letzten drei Jahre schlechte Erfahrungen mit einer Lehrkraft Ihres Kindes gemacht haben, wäre ich Ihnen äußerst verbunden, wenn Sie mir die Situation in Form eines kurzen Aufsatzes darstellen und übersenden. Der Aufsatz sollte beinhalten, welcher Art von Lehrerdemütigung Ihr Kind ausgesetzt war - vielleicht sogar noch ist - und wie Ihr Kind und/oder Sie persönlich mit der Situation umgehen bzw. umgegangen sind. Oftmals führt auch eine unbedachte Handlung des Schülers zur negativen Reaktion seitens einer Lehrkraft. Sofern solch eine Schüler-Handlung dem negativen Lehrerverhalten vorausging, wäre es wichtig, diese bei der Ausformulierung unbedingt zu beachten. Zudem bietet meine vorliegende Bitte Ihnen persönlich eine gute Basis, mit Ihrem Kind das Thema Schule und Lehrerhandelns spezifisch zu diskutieren. Mitunter öffnet sich Ihr Kind darüber, inwieweit es womöglich Lehrerschikanen ausgesetzt ist, aber hierüber bis heute nicht sprechen mochte - insbesondere die nicht immer nachvollziehbaren Kriterien der Notengebung, dem Bloßstellen vor Mitschülern, ein Nichtbeachten... Nennen auch Sie bitte die von Ihrem Kind besuchte Schulform.

 

Unabhängig von der oben beschriebenen Forschung können Sie gern mit mir in Kontakt treten. Für Fragen, Hinweise, Bemerkungen und Anregungen zur vorliegenden Problematik bin ich jederzeit offen.

 

 

 

Dirk Varbelow

Dipl. Sozialpädagoge (Univ.)

Dipl. Sozialpädagoge (GH)

 

 

E-Mail:

dirk@varbelow.com

 

Postanschrift:

Postfach 10 38 28

34038 Kassel

 

Stand: 22.06.2005